Montag, 17. Dezember 2007

Schamlose Zweitaufgüsse II

Diesmal war's Herr Schmitz, dem ich eine Geschichte in seinen Blog kleckerte. Dieser Kommentar fiel allerdings nicht einfach vom Himmel (vgl Zweitaufgüsse I) , sondern er folgt dem Forensik-Gutachten, in welchem Herr Schmitz zwei Gesamtsanierungs-Fachkräfte ausführlich vorstellt. Anschliessend war er so freundlich, die beiden an mich weiter zu vermitteln... Das Gutachten gehört also unbedingt gelesen - vorher!

Gelungene Metaphysiker Sanierungsveranstaltung - zwei Forensik-erprobte Fachkräfte sanieren RPs Gewese, gesamthaft.

Grossartig, umwerfend, einzigartig- achwas, ein wirklich-grandioser Scheissdreck war's.
Schon allein die Ankunft der Herrschaften Meier-Kondrack und Prohatzka-Prutzner war ergreifend, um Punkt 17:30 Uhr pellten die beiden sich aus ihrem automobilen Gefährt, welches sie bis in Alpensichtweite befördert hatte, dann das Gestöhne und Gestrecke, das Gejaule über die lange Fahrt, das unwirtliche Wetter, den eklatanten Getränkemangel. Die missmutigen Blicke auf das Gesamtgewese, das Stirnunzeln in Anbetracht der fehlenden metaphysischen Brandbeschleuniger, das ungläubige Entsetzen, als ich zugab, hier in der Schweiz sei das Eimersaufen von Kümmerling eher ungewöhnlich und überhaupt hätte ich keinen besorgt.
Der Wutausbruch, der daraufhin das ohnehin gebeutelte Sanierungsareal in seinen Grundfesten erschütterte, war ebenfalls ein wahres Fest für blinde Augen und taube Ohren. Es erhob sich ein Gekreische und Geheule wie von Furien, ein Klagen, Jammern und Zähneklappern vom allerfeinsten.
Glücklicherweise hatte ich die Grappavorräte (sic!) aufgestockt, und so konnte trotz dieses Fehlstarts die metaphysische Pendelschwingung schon nach kurzer Erholungsphase beginnen, nur schnell je 1-2-3-4-5 Cafe Corretto, damit die beiden wieder zu Kräften kommen. Derart gestärkt beschlossen die Sanierungs-Fachkräfte, mal was Neues aus zu probieren und blieben beim Corretto, da diese Kombination aus Koffein und Obstgeist ganz besondere Schwingungen hervorzurufen vermag. Und in der Tat, nach kürzester Zeit wusste ich kaum noch, wohin ich mich retten sollte vor lauter Pendelgeschäft und fachmännischer Gewesebetorkelung, vor allem aber legte ich die Strecke Esspressomaschine - Grappaflasche - Steingemeier / Prost-hatzka in immer kürzeren Abständen zurück.
So war es denn auch nicht weiter verwunderlich, dass die für den Erfolg der Unternehmung notwendigen Trancezustände nach kaum einer Stunde mit einer Wucht eintrafen, die selbst die beiden gestandenen Spirituosen-Veteranen ordentlich durchrüttelte.

Leider katapultierte das Momentum der Corretti Frau Prohatzka-Prustend direttissimo am anderen Ende des Tranceships wieder hinaus, sie kollabierte ein wenig unelegant im Vorgarten, um sich mit unbändiger Kraft und unendlicher Ausdauer ektoplasmatischen Eruptionen hin zu geben.
Derweil Herr Steinweichmeier zur sanften Landung ansetzte und eindrucksvoll demonstrierte, wie man Kraftlinien-verbiegende und damit klimaschädliche Ektoplasma-Pfützen mit verbundenen Augen auspendeln kann:

Kichernd und glucksend lallte er in allerbester Stimmung, dass es nur darauf ankommt, das sanfte Schmatzen wahrzunehmen, welches das Schuhwerk von sich gibt, wenn man voll reingelatscht ist, ins Porhatzkasche Ektoplasma.

Schliesslich gab er noch den unschätzbaren Ratschlag, dass sich das Gesamtbefinden stark verbessern dürfte, dass Wohlfühlbarometer quasi durch die Decke springen würde, sobald diese störenden Auswürfe beseitigt und er samt komatösem Anhang abgereist sei.
Und genau so war es, das gründliche Hochdruckreinigen des Geweses hat eine überzeugende Wirkung gezeigt, und nachdem auch Frau Prohatzka von zwei sympathischen jungen Männern in Weiss entfernt wurde, ist es hier schön wie selten seit der Anreise des Steinpendel-Duos.
Herr Obsteinmeier hat sich mittlerweile ins Hotel abgesetzt, die Espressomaschine unter dem linken, die Grappakiste unterm rechten Arm. Von dort aus wird er umgehend die Heimreise antreten, sobald sich der Kreislauf seiner unersetzliche Muse und Partnerin stabilisiert hat und sie aus dem Spital entlassen wird.

Freundliche Grüsse

RP

Kommentare:

Erdge Schoss hat gesagt…

Dem Porhatzka'schen Ektoplasma, werter Herr RP, eilt, Sie werden's kaum glauben, aber ist tatsächlich so, ein Ruf, und darüber mag man streiten, kann sich's aber auch sparen, weil's letztendlich zumeist doch "in Ordnung geht" (s. Hrn. Alfred Leobold), irgendwie eben, ohne dass hier irgendwer großartig dran gerührt, gedreht oder sonstwie gedrechselt hätte, wie Doggendungschwall voraus. Und zwar rein wissenschaftlich.

Herzlich
Ihr Erdge Schoss

RP hat gesagt…

Aber sicher, werter Herr Schoss,

glaube ich Ihnen, dass ein Ruf eilt, Gravitationslinien verbiegend gar, der, wenn auch nicht schwallweise halbvergorenen Doggendung, so doch zirbelfischgeschmackaromatisierte Urinalsteine punktgenau 30 cm versetzt neben der Plasmapfütze einschlagen lässt (vgl Gutachten der Forensik, letzter Absatz). Wobei zu untersuchen bliebe, ob nicht auch ein Schwall Doggendung auf hyperbolischer Bahn angeflogen kommend 30 cm versetzt neben dem Ektoplasma einschlüge, würfe man ihn nur aus ausreichend grosser Höhe ab.

Freundliche Grüsse

RP

Ettore Schmitz hat gesagt…

Nun, ich finde, wenn man, wie Sie es uns ja dankenswerterweise sozusagen vorexerzieren, guter Dir.Raupnerer, paparazziflinkwuseliger, auch mal Hilfe in Anspruch nimmt, wo ohne diese "faktisch goarnix mehr geht" (siehe Prof. Hawkings, "Eine kurze Geschichte zur Unzeit")dann sollte man, und zwar wirklich spätetstens dann, mit Herrn Zentralworthülsist ErdGeschoß einmal die Probe im Exempel statuieren, was letztlich aber noch überhaupt nichts Schlimmes bedeuten muß.
Und auch hier bei uns in der Forensik, geschätzter RP, was auch immer diese Bezeichnung beinhalten möge, hat ja genau das Wirkung gezeigt, was Sie selbst in so überzeugender Weise uns nun bereits mehrfach.
Insofern bleibt nur: großer Dank einstweilen.

Ihr
hervorragender
Ettore Schmitz

RP hat gesagt…

Hervorragendster Oberschwadroneur Schmitz

Im Vertrauen auf eine von Herrn Schoss zeitnah zu veranlassende, oder alternativ von ihm zu absolvierende Probe, welche zweifellos das ein oder andere Exempel statuieren wird, sehe ich gelassen all dem Kommenden entgegen, welches eben doch haarscharf daneben einschlagen wird.
Ihre besonders im Duo mit Herrn Schoss überwältigende Fähigkeit, Wortkapriolen zu schlagen wie anderer Leute Kinder Purzelbäume, beruhigt mich ungemein, ich nehme Sie beide beim Wort und verlasse mich darauf, dass es nichts Schlimmes bedeuten muss und zumeist doch in Ordnung geht.
Somit reiche ich den Dank verdoppelt mit einer Verbeugung an Sie zurück und tauche den Kopf in einen Eimer kühlen Wassers. Alles wird gut.

Freundliche Grüsse

RP

Ettore Schmitz hat gesagt…

Gut wird es, Raupi, aber das Blubbern höret nimmermehr auf...

Brüllettore Schmitz

Erdge Schoss hat gesagt…

Und wenn Herr Schmitz das sagt, werter Herr RP, dann meint er's so. In Ihrem ganz vitalen Interesse mag ich aber nur hoffen, dass es Ihnen im Verlauf der vergangenen Stunden gelang Wasser und Behältnis auf die Plätze zu verweisen. Und wenn nicht beides, dann zumindest das Wasser. Und mit dem Rest geht's wie weiland in Lönneberga zum nächsten Medikamenteur, der Ihnen für geschätzte fünf Kronen aus der Bredouille helfen sollte.

Glückauf
Ihr Erdge Schoss

RP hat gesagt…

Vielen Dank für die freundliche Hilfestellung, werte Herren!

Das Blubbern konnte ich abstellen, indem ich zügig den Eimer leer soff, für das Absetzen des Huts kam mir meine schon in jungen Jahren ausgeprägte Neigung, mir allerhand nutzloses Zeug in die Birne zu ballern, zugute - für den Schuhlöffeltrick musste ich somit lediglich meine Fernsehguck-Vergangenheit abstauben. Die 5 Kronen kann ich nun ich gewinnbringend in den Aufbau einer exklusiven Schweizer Filiale des Betroffenheitsset-Vertriebs investieren.
Allerdings treibt so ein ganzer Eimerinhalt doch etwas, wenn Sie mich entschuldigen würden...

Freundliche Grüsse

RP

PS: Apropos Austreten: da kommt mir doch eine andere Geschichte in den Sinn, aber lesen Sie selbst...